Das Gradierungssystem benennt und definiert Stufen oder Ränge und symbolisiert somit den Fortschritt auf dem Aikikdo-Weg.
Dieses System ist vergleichbar zu anderen traditionellen Kampfsportarten und Kampfkünsten, jedoch gibt es ein paar Eigenheiten, die Aikido speziell sind.
Innerhalb des Aikido kann sich dieses Gradierungssystem oft je nach Aikido-Schule oder Verband unterscheiden und somit auch deren Regeln oder Auslegungen.
Es gibt jedoch Gemeinsamkeiten, welche alle Gradierungssysteme des Aikido teilen:
Im Aikido unterscheidet man zwischen Schülergrade (Kyu) und Meistergrade (Dan).
Träger eines Schülergrad werden Mudansha genannt, Dan-Träger als Yudansha betitelt.
Anfänger beginnen als mukyu (bedeutet „Kein Kyu„), nach gewisser einer Zeit erlangen Sie durch eine erste Prüfung zuerst einen Schülergrad.
Innerhalb der FNAL beginnen Erwachsene in der Regel mit dem 6. Kyu, Kinder mit dem 12. Kyu. Die steigenden Schülergrade zählt man runter bis zum 1. Kyu, auf den dann die Prüfung zum 1. Dan, der erste Meistergrad folgt.
Die Dan-Grade werden danach wieder hoch gezählt. Bei Anwärtern für hohe Dan-Grade wird vor allem bewertet, ob derjenige unterrichtet und wie er dies bewerkstelligt bzw. was der-/diejenige auch für die Verbreitung des Aikido allgemein geleistet hat.
Bis zum 4. Dan finden Prüfungen in Form von Bewertungen von den Aikido-Techniken statt. Ob und den wievielten Dan letztendlich erreichen werden kann, wird von mehreren Faktoren beeinflusst.
Bei jenen von der Aikikai Foundation vergebenen Dan-Grade stellt man jedoch fest, dass bei Nicht-Japanern der Aufstieg in höhere Dan-Gradierung deutlich länger dauern kann als bei Japanern.
Gürtelprüfungen
Im Aikido der FNAL soll sich jeder in seinem eigenen Tempo entwickeln können und sich hierfür auch die benötige Zeit geben. Durch Gradierungsprüfungen soll erfasst werden, ob der Geprüfte bereit für den nächsten Schüler- oder Meistergrad ist.
Prüfungen bedeuten immer Herausforderung:
In der Vorbereitungszeit zu einer Prüfung setzt man sich intensiver mit verschiedenen Techniken auseinander und sie drängen einen dazu, gezielter an sich und seinen Bewegungen zu arbeiten. Außerdem kommen noch die japanischen Bezeichnungen und Begriffe eine nesondere Bedeutung.
Somit sind Prüfungen immer eine Momentaufnahme, welche aufzeigen wo sich der Prüfling aktuell auf seinem persönlichem Weg des Aikido befindet.
Trotz dieser Herausforderung, gilt es ein gesundes Mittelmaß zu finden zwischen einem Jahrein-Jahraus vor sich herumzubewegen und einem stetigem „Prüfungsstress“!
Wie eine Prüfung konkret durchgeführt wird, unterscheidet sich wieder je nach Verband oder Aikido-Schule kann sich die Durchführung der Prüfungen unterscheiden.
Die FNAL orientiert sich hierfür an dem Schweizer Verband ACSA. Die Durchführung der Prüfungen und die Aufsicht unterliegen der technische Kommission der FNAL. Grundlage ist ein Prüfungsprogramm zu den jeweiligen Gradierungen. Dieses Prüfungsprogramm wird regelmässig adaptiert und neu aufgelegt.
Nach einiger Praxis und Fortschreiten wird der Aikidoka von seinem Trainingsleiter auf eine mögliche kommende Prüfung angesprochen.
Mit beiderseitigem Verständnis wird sich dann gemeinsam auf die Prüfung vorbereitet. Diese gezielte Vorbereitung gilt als Teil der Prüfung.
Prüfungen werden nicht auf Teufel komm raus abgelegt; immerhin erlernen wir das Aikido aus Freiwilligkeit sowie Freude und die Freude sollte immer an erster Stelle stehen! Zuviel Ehrgeiz sowie Druck sind in diesem Bereich komplett fehl am Platz; sie sind nicht zielführend. Im Gegensatz zu anderen Verbänden wird bei der FNAL niemand in eine Prüfung geschickt, welche er nicht auch meistern kann!
Die eigentliche Prüfung findet an einem speziellen Training -meist im Anschluss an einem Lehrgang- statt, also auch vor Publikum. Viele Prüflinge mögen es, ihre Familien und Freund als Zuschauer einzuladen.
Solche Prüfungen folgen besonderen japanische Regeln und Abläufe: so wird der Prüfling offiziell zu seiner Prüfung aufgerufen, auf Ansage hin zeigt er die besagten Techniken vor. Zum Abschluss der Prüfung wird dann vom Prüfer offiziell bekannt gegeben, welcher Aikidoka die Prüfung gemeistert hat und welche Gradierung dieser dann ab nun tragen darf.
Eine gemeisterte Prüfung ist auch immer ein sehr feierlicher und manchmal sogar ein sehr emotionaler Moment!
Auch wenn jede Prüfung eine Herausforderung für sich darstellt, werden im allgemeinen diese Prüfungen von den Aikidokas jedoch genossen.
Jede Gradierung wird mit einer Eintragung im Aikido-Pass bestätigt, sowie dem Verband zur amtlichen Eintragung übermittelt. Ausserdem wird dem Prüfling in einem feierlichen Akt ein Abschlusszertifikat offiziell überreicht.
Gürtelfarben
In einem Grossteil der Aikido Welt gibt es keine farbigen Gürtel, sondern nur zwei Farben: Weiss für die Schülergraden und Schwarz für Meistergradierungen.
Somit unterscheidet sich das Aikido von Taekwondo, Karate, Judo, und Co.
Dort spiegelt die Farbe den aktuellen Rang oder Graduierung wieder.
Beim Aikido erkennt man also auf den ersten Blick nicht sofort an, welche Schüler- oder Meistergradierung sein Partner trägt.
Hakama
Das Hakama ist ein traditioneller japanischer Hosenrock und wird im Aikido über den weißen Keikogi getragen wird.
Bei der FNAL wird das Hakama erst ab dem 1. Dan getragen. Es sind nur schwarze oder blaue Hakamas erlaubt. Für Trainingsleiter ist im Training das Tragen des Hakamas Pflicht, bei Lehrgängen trägt jeder Yudansha seinen Hakama.