Die Techniken

Erläuterungen zu den Aikido-Techniken

Aikido besteht aus inneren Formen, den Prinzipien des Aikido (Ki, Aiki, Kokyu, Hara, Shin), und äußeren Formen, den Techniken (Waza), wobei erst beide Formen zusammen gemeinsam das Aikido bilden.

Im Aikido-Training dienen die äußeren Formen als Mittel, die inneren Formen zu erfahren und auszubilden. Im Aikido wird zwischen Grundtechniken (Kihon waza) und Varianten (Henka waza) sowie Verkettungen (Renzoku waza) unterschieden; überdies gibt es waffenlose Techniken (Tai Jutsu) und Techniken mit Waffen z. B. mit Schwert (Aiki-Ken) oder mit Stock (Aiki-Jo).

Die Vielfalt der Aikidobewegungen basiert auf relativ wenigen Grundtechniken (5 Haltetechniken und 8 Wurftechniken), die kombinierbar, ineinander überführbar und variantenreich sind.

Wenn man sich bewegt, werden Techniken geboren.

Morihei Ueshiba

Wie alle auf einen bestimmten Zweck (Angriff, Verteidigung, Neutralisation) ausgelegten Anwendungen von Kampfkünsten, weisen auch Aikidotechniken strategische Vorzüge und Nachteile auf.

Der größte Vorteil erzielt der Aikidoka dadurch, dass die Angriffsbewegung nicht blockiert wird. Solange eine Bewegung von Uke (Angreifer) aufrechterhalten wird, stehen Lenk- und Führungstechniken im Vordergrund. Stagniert die Bewegung, oder wird sie blockiert, wird mit zweckmäßiger Technik und Körperbewegung wieder eine Bewegung von Uke ausgelöst.

Ein gewisser Nachteil besteht darin, dass die optimale Körperbewegung nur mit Bezug zu einem Partner geübt werden kann. Dazu ist ein sehr hohes Maß an taktiler Wahrnehmung und Sensibilität für Bewegung und vielfach ein längeres und intensiveres Üben notwendig.

Aikido kennt keine Absicht zur direkten Schädigung eines Angreifers, noch kennt Aikido das Ziel des Gewinnens im Zweikampf.

Der Aikidoka optimiert seine Verteidigungsstrategie, in dem er mit seinem hohen Bewegungspotenzial einen Angriff stört und diesen durch die Überleitung in Wurf- und Haltetechniken vereitelt.

In vielen Kampfkünsten werden Offensivtechniken gelehrt. Dabei erscheint es für Laien logisch, dass „Angriff die beste Verteidigung“ darstellt. D.h. das Heil – die Lösung eines latenten Konfliktes – wird im Angriff gesucht. Der Angriff soll dabei zweckdienlich sein, den Kontrahenten auszuschalten. Das ist meistens mit einer körperlichen Schädigung oder anderweitigen Beeinträchtigung seiner Integrität verbunden. Diese Strategie ist aus Sicht des Aikido eine Illusion, denn sie enthält nebst der moralischen Verwerflichkeit auch große strategische Schwachstellen!

Im technischen System des Aikido sind keinerlei Offensivtechniken enthalten. Denn jede offensive Handlung enthält einen sog. „Point of no Return“, einen bestimmten Punkt in der Bewegungsfolge, nach Überschreiten dessen der initiierte Angriff nicht mehr abgebrochen werden kann, der Erfolg des Angriffs, also das Herstellen einer überlegenen Situation über den Kontrahenten, aber auch noch nicht eingetreten ist. Jedes Ausführen einer Offensivhandlung enthält dabei Ansatzpunkte, an welchen der Angriff gestört und damit der Erfolg vereitelt werden kann.

Der Aikidoka verfolgt mit seiner ausschließlich defensiven Aktion das strategische Ziel der Vereitlung des Angriffs zusammen mit der Übernahme der vollständigen Kontrolle über die Bewegung des Angreifers. Der Angriffsbewegung wird dabei keine energieverzehrende Blockade entgegengebracht und somit bleibt die Dynamik erhalten.

Während der Synchronisation mit der Angriffsbewegung übernimmt der Aikidoka dabei die Kontrolle über die Bewegung des Angreifers.

Das Zen im Aikido Die Initiative im Aikido

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