Sabaki – Die Bewegungen

Die Aikidotechniken sind (unter anderem) aus dem japanischen Schwertkampf (Kenjutsu) entwickelt worden.

Daraus ergeben sich die für Aikido typischen Drehbewegungen (im Unterschied zu Jiujitsu und Judo), denen die Schrittformen (Ashi) dienen, und der Einsatz der Hände als ‚Schnittwaffe‘ (Tegatana).

Die Aikido-Bewegungen fließen aus der Hüfte und dem Unterbauch (Hara), die über die Beine und Füße im Boden ‚verankert‘ sind. Daher kommt den Schritten (Ashi) eine besondere Bedeutung zu.

Ashi – Die Schritte

Da Aikido dynamisch ist, spielen in der Bewegung die Schritte eine große Rolle, dabei werden die Füße grundsätzlich nicht bzw. kaum vom Boden entfernt, um rasch einen sicheren Stand zu haben.

Dazu wird immer der nicht belastete Fuß bewegt bzw. vor einem Schritt das Gewicht verlagert, um den Schrittfuß frei bewegen zu können.

Durch die Gewichtsverlagerung werden die Schritte und mit ihnen die gesamte Bewegung fließender.

Ayumi Ashi – Überstellschritt

Die aus dem Hara erfolgende Bewegungsform, wobei der hintere Fuß zum vorderen Fuß wird und man dem Partner die andere Seite zuwendet wird Ayumi ashi genannt.

Tsugi Ashi – Gleitsschritt oder Schiebeschritt

Es gibt zwei Gleitschritte, die man vorwärts, rückwärts oder seitwärts ausführen kann. Entweder schiebt man zuerst den vorderen Fuß vor und zieht den hinteren Fuß sofort nach (auch rückwärts und seitwärts möglich), oder man zieht den hinteren Fuß an den vorderen Fuß heran und schiebt dann erst den vorderen Fuß vor (auch rückwärts möglich).

Irimi Ashi – Eingangsschritt

Man geht einen Schritt vor, entweder mit Ayumi ashi oder mit Tsugi ashi.

Kaiten – Hüftdrehung

Drehung auf der Stelle, ohne einen Fuß zu setzen. Dabei liegt das Gewicht zwischen den Füßen, um die Gelenke zu entlasten. Um die Bewegung zu beschleunigen und sie dynamisch zu gestalten, erfolgt die Hüftdrehung auf den Fußballen um 180°. Der vordere Fuß wird dadurch zum hinteren.

Tenkan Ashi – Umlenkschritt

Durch eine Drehung auf der Stelle mit zurückziehen des vorderen Fußes wird die Stellung um 180° gedreht. Im Unterschied zu Tai no henka steht der vordere Fuß nach der Technik wieder vorne.

Tai Sabaki – Eingang-Umlenkschritt

Die Kombination von Irimi ashi mit anschließendem Tenkan ashi ergibt einen Positionswechel mit 180° Drehung. Tai Sabaki ist die häufigste Schrittkombination im Aikido.

Tai no henko – Richtungswechsel

Tai no henko bedeutet frei übersetzt „Umkehrung der Körperstellung“.

Dazu gehören Irimi (direktes Eintreten) und Tenkan (indirektes Eintreten). Tai no henko ist auch bekannt als Tai no tenkan oder Tenkan waza.

Tai no henko ist eine der wichtigsten Grundformen vieler Aikido-Techniken und wird beim Training regelmäßig wiederholt. Mit Irimi tritt der Tori in den Angriff des Uke ein, dabei treffen die Energien von Tori und Uke nicht durch einen Block aufeinander, sondern verschmelzen bzw. harmonisieren sich.

Über diese Verschmelzung kann die nächste Bewegung Tenkan ausgeführt werden. Hierbei werden die verschmolzenen (gebündelten) Energien vom Tori weitergeleitet, so dass der Angreifer Uke mit der gesamten gebündelten Energie am Tori vorbeigeführt wird. Dabei hat nun der Tori seine Körperstellung genau entgegengesetzt zum Ursprung (180°) geändert.

Shikko – Das Kniegehen

Für Techniken, die man im Knien ausführt (bei Hanmi hantachi und Suwari waza), dient das Kniegehen.

Im Kniegehen sind die Oberschenkel fast rechtwinklig gespreizt, die Füße stehen zusammen, wobei die Zehen aufgestellt sind und der Hintern auf den Fersen ruht. Analog zur Kamae in Tachi waza nimmt man im Kniegehen eine dynamische und aufmerksame Position ein (Sankaku).

Die Bewegung geht von Hara aus, wobei der Schwerpunkt bodennah bleibt. Dazu wird ein Fuß gesetzt und der andere Fuß sofort nachgezogen, um wieder eine stabile Stellung einzunehmen.

Für Drehungen, die auf den Knien gezirkelt werden, werden die Knie zusammen gebracht und die Füße ziehen den Kreisbogen.

Tegatana – Die Schwerthand

In Analogie zum japanischen Schwertkampf wird der Arm von Tori als Schwert (Katana) aufgefasst.

Die Hand und der Unterarm wird in die Zonen des Schwertblattes eingeteilt. Die Finger (bzw. Faust) entsprechen der Schwertspitze (Kissaki). Die Kleinfinger-Seite des Unterarms wird als Schneide (Ha) aufgefasst, die Handkante als Schnittzone (Hammon).

Die Daumen-Seite des Unterarms bildet die Schwertrückseite (Mine). Ähnlich dem gebogenen Schwertblatt wird der Arm leicht gebeugt gehalten.

Wie im Kenjutsu werden die Schwertstreiche nicht geblockt, sondern weich aufgenommen, abgelenkt und umgeleitet werden, soll auch die Schwerthand im Aikido bestimmt aber weich eingesetzt werden.

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